Hausfragen - Wie für uns gemacht?!

Ein Haus bauen, einen Baum Pflanzen und einen Sohn zeugen - diese Dinge soll „Mann“ laut einer weit verbreiteten Redensart in seinem Leben erreicht haben. Doch der Neubau eines Hauses wird inzwischen kritisch betrachtet und findet im Zusammenhang mit steigenden Immobilienpreisen und Ressourcenknappheit medial und politisch zunehmend den Weg in die breite Öffentlichkeit. Ratsamer scheint es daher, wenn sich „Mann“ ein Haus kauft, statt eines zu bauen. Der Kauf einer Bestandsimmobilie schont die Ressourcen, beugt Leerstand vor und verhilft den Wohngebieten der 1950er bis 1980er Jahre zu neuer Attraktivität. Letztlich ist es natürlich nicht nur „der Mann“, der im Zuge der Familiengründung eine Immobilie erwirbt, sondern es sind Familien, Paare und teilweise auch Einzelpersonen, weiblich wie männlich, in verschiedenen Lebenssituationen und –abschnitten, die mit dem Kauf einer Immobilie eigene Ziele und Perspektiven verbinden. Auch die Häuser selbst sowie die sich mit den Immobilien verknüpfenden Alltage sind denkbar verschieden: Hier reicht die Spannbreite von Doppelhaushälften, freistehenden Einfamilienhäusern und Mehrgenerationenhäusern bis hin zu bezugsfertigen Gebäuden und Dauerbaustellen.

Uns interessieren diese unterschiedlichen Umgangsweisen mit Bestandsimmobilien. Im Rahmen des Teilprojekts B des BMBF geförderten Projekts „Der Lauf der Dinge oder Privatbesitz? Ein Haus und seine Objekte zwischen Familienleben, Ressourcenwirtschaft und Museum“ wurden in 20 Haushalten im großstadtnahen, im kleinstädtischen und im dörflichen Umfeld Interviews geführt, um die spezifische Perspektive der Bewohnerinnen und Bewohner auf ihre Immobilie zu erfragen: Warum haben sie sich für den Kauf einer bestimmten Bestandsimmobilie entschieden? Wie gehen sie damit um, dass ihre Häuser mit den Biographien fremder Erbauer verknüpft sind? Wie eignen sie sich die Häuser an und machen sie zu ihrem Zuhause? Wie hat sich ihr Alltag durch die Tatsache verändert, dass sie sich ein Haus gekauft haben?

Die Ergebnisse des Teilprojekts sollen im Rahmen einer Publikation veröffentlicht werden. Weitere Informationen finden Sie unter hausfragen.net

Ihre Ansprechpartnerin:

Kathrin Schulte M.A.
Volkskundliche Kommission für Westfalen (LWL)
Scharnhorststraße 100
48151 Münster
Tel.: (0251) 83-24406
Fax: (0251) 83-28393
kathrin.schulte@lwl.org
www.volkskundliche-kommission.lwl.org

Eine ausführlichere Projektskizze können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:

bmbf-verbund-ldp-kurzbeschreibung-dt-engl.pdf